![]() Ein Städtchen an der Ohre |
![]() A Town On The Ohre |
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Ich bin nur 15 km von Magdeburg, der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, entfernt und gehöre zum Landkreis Börde. In meinen Mauern leben heute ca. 12.500 Einwohner auf einer Fläche von 54,25 km². Sie erreichen mich über die B 189 von Magdeburg aus, die A 2 von Berlin - Hannover und mit der Bahn im stadtnahen S-Bahn-Verkehr.
Urkundlich erwähnt hat mich Thietmar, der Bischof von Merseburg, Graf von Walbeck und
Miteigentümer der Wolmirstedter Burg im Jahre 1009.
Umfangreiche Bodenfunde und schriftliche
Überlieferungen weisen jedoch darauf hin, dass bereits ab der Jungsteinzeit Menschen im Gebiet
von Elbe und Ohre lebten.
Karls des Großen Chronist Einhardt hat in den fränkischen Annalen
überliefert, dass die Herren des Frankenkönigs dreimal diesen Winkel zwischen Elbe und Ohre
aufgesucht und Quartier bezogen haben.
Die Elbe war jahrhundertlang Grenzfluss und prägte das harte Leben meiner Bewohner. Das änderte sich erst um 1300, als die Elbe sich ein neues Bett grub, die Burg zum Burgschloss ausgebaut und so zur Sommerresidenz vieler Magdeburger Bischöfe wurde. Unter ihnen haben sich, für meine Entwicklung sowie für die Schaffung eines bescheidenen Wohlstands meiner Bürger, die Erzbischöfe Otto und Dietrich hervorgetan.
Während ihrer Amts- und Aufenthaltszeit auf dem Schloss ist mir 1590 das Stadtrecht verliehen worden. Weil aber die Menschen in den Jahrhunderten so vieles vernichtet und verschüttet haben, fehlt leider die Urkunde über diesen historisch bedeutsamen Akt.
Im Stadtwappen führe ich die Heilige Katharina. Sie war neben dem Heiligen Pankratius Schutzpatronin des 1228 erstmals schriftlich erwähnten Nonnenklosters St. Katharina.
Wenn Sie mit dem Zug anreisen, finden Sie in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs eine Orientierungstafel. Sie weist ihnen den Weg in mein Zentrum. Die Geschäfte am Zentralen Platz oder in der Fußgängerzone werden ihnen gefallen. Das ist schon etwas anderes als das Feilbieten der Waren unter freiem Himmel anno Domini 1590.
Sehenswert ist auch die 1876 erbaute St. Katharinenkirche. Äußerlich ist ihr anzusehen, dass sie ein
neugotischer Backsteinbau aus dem 19. Jahrhundert ist. In der jetzigen Form wurde das anstelle einer
Klosterkirche errichtete Gebäude am 29. November 1981 eingeweiht. Die aus der Klosterkirche
übernommenen Grabplatten sind heute neben den Treppenaufgängen zu finden.
Die Orgel im Kirchsaal wurde am 17. Dezember 1989 eingeweiht. Sie hat zwei Manuale, 21 Register
und 1.558 Pfeifen. Sie dient der Gemeinde zu gottesdienstlichem Gebrauch und darüber hinaus zu Orgelkonzerten. Mit etwas
Glück können Sie die herrliche Akustik des Kirchensaales erleben.
Die Passionsmusik des Posaunenchores Barleben, das Orgelkonzert des Bendrich Janacek aus Schweden, der
Schwarzmeerkosakenchor, aber auch Konzerte der Kreismusikschule bieten immer wieder ein Musikvergnügen
besonderer Art.
Auf dem Kirchplatz erinnern mehrere Grabplatten an den früher hier befindlichen Friedhof.
Auf dem heutigen Friedhof, zwischen August-Bebel-Straße und Farsleber Straße, sind historische
Sarkophagdeckel und Grabplatten zu sehen.