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Um Katharina von Alexandrien, die die Schutzpatronin vieler Gotteshäuser ist, ranken sich viele
schmückende Geschichten. Historisch überliefert ist diese:
Im 4. Jahrhundert unserer Zeit lebte in Alexandrien eine sehr schöne und überaus kluge Königstochter.
Anlässlich eines Besuchs des römischen Kaisers Maxentius führte sie mit ihm philosophische und
religiöse Streitgespräche. Maxentius war aber weniger an den Gesprächen interessiert, als an Katharina
selbst. Die Abfuhr, die sie ihm erteilte, traf ihn schwer. Er ließ sie festnehmen. Als sich Katharina
weigerte, dem christlichen Glauben abzuschwören und auch noch die Soldaten des Kaisers zum Christentum
bekehrte, wurde die Foltermaschine eingesetzt. Infolge Katharina von Alexandriens Standhaftigkeit
zersprang das Rad und Maxentius ließ sie enthaupten. Als Märtyrerin der katholischen Kirche wurde sie
später heiliggesprochen.
Die größte Blütezeit brachte mir das 16. Jahrhundert, als der Administrator Joachim Friedrich das vorhandene Schloss zur Residenz ausbauen ließ, hier Wohnung bezog und wenige Jahrzehnte von hier aus die Geschicke des zum Protestantismus übergetretenen Erzbistums Magdeburg leitete, bis er die Fürstenwürde von Brandenburg übernahm.
1564 lebten in meinen Mauern 100 Familien. Der Dreißigjährige Krieg vernichtete erbarmungslos
vierfünftel aller Häuser. 1646 zählte ich noch 24 Häuser und 12 Einwohner in meinen Mauern.
Wenn ich heute zurückdenke an die dunkle Zeit des Mittelalters - Kriege und Krankheiten beherrschten
meine Straßen. Doch damit nicht genug. Folter und Hexenverbrennungen musste ich erleben.
Die letzte Hexe wurde am 6. Mai 1667 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie hieß Margarete Bilz,
war aus dem Nachbarort Barleben und der Zauberei angeklagt.
Hinrichtungsstätten waren der Galgenberg, die Masche und die Schlossdomäne.
Auf der Schlossdomäne wird auch heute noch Recht gesprochen. Die Leute sagen nicht
"Wir gehen zum Gericht" sondern "Wir gehen auf den Berg".
Zum baulichen Ensemble auf dem Schlossberg gehört neben dem Gerichtsgebäude, einem imposanten Bauwerk,
das sich hoch über den Dächern erhebt und nur vom schlanken Turm der St. Katharinenkirche überragt
wird, auch die Schlosskapelle.
Ein herrliches Bauwerk in Backsteingotik, welches Ernst von Magdeburg 1480 errichten ließ. Es wird
heute für Konzertveranstaltungen genutzt.
Nicht zu vergessen ist das 1770 errichtete Herrenhaus, einstmals Wohnhaus des Domänenpächters, heute Bürgerhaus im alten Stil restauriert. Hier hat die Kultur eine Heimstatt gefunden. Das letzte zum Ensemble gehörende Gebäude ist die 1846 errichtete Bruchsteinscheune, welche vom Museum als Arbeitsstätte und für verschiedene Ausstellungen genutzt wird.
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