Raketendenkmal Mose

Raketendenkmal Mose

Auf dem Gut Mose startete am 29.Juni 1933 die „Magdeburger Pilotenrakete, eine Flüssigtreibstoff-Rakete in Vorbereitung des allerersten bemannten Raketenfluges. Der Ingenieur Rudolf Nebel und sein Team vom Raketenflugplatz Berlin –Reinickendorf waren die Initiatoren des Projektes. Es war die Geburtsstunde der modernen Raumfahrt .

Warum heißt es die „Magdeburger Pilotenrakete“ und warum startete sie überhaupt in Mose?

Der Magdeburger Oberbürgermeister Ernst Reuter hatte den Raketenpionier Rudolf Nebel mit seinem Team nach Magdeburg gelockt. Die erste Rakete mit einem Menschen an Bord sollte bereits 1933 in Magdeburg starten.

Hier einige Auszüge aus dem Volksstimmenartikel vom 31.12.1997 :

„Deutschland Anfang der 30er Jahre. Es war eine Zeit der Raketeneuphorie, in vielen Laboren tüftelten Forscher an Flugobjekten, die Jahrzehnte später das Universum erkunden sollten. Beteiligt daran war der Ingenieur Rudolf Nebel, der als Pionier der Raketenforschung in die Geschichte eingegangen ist.

Die Magdeburger Stadtväter, so fand Privatdozent Matthias Tullner von der Otto-von -Guericke-Universität heraus, wollten aus der Raketeneuphorie der damaligen Zeit Kapital schlagen. Es trafen das Geltungsbedürfnis der Stadt Magdeburg und der chronische Geldmangel des Tüftlers und Leiters des Berliner Raketenflugplatzes Rudolf Nebel zusammen. Nebel war es schließlich egal, so Tullner, wo die Raketenversuche stattfanden.

Nebels Versuche gingen auf dem Berliner Flugplatz weiter. Als der erste Termin des Raketenstarts im März 1933 verstrich, wurden die Magdeburger ungeduldig.

Zur Beruhigung seiner Geldgeber kündigte Nebel für den 20. Mai 1933 einen Probeaufstieg einer unbemannten Rakete auf dem Gut Mose bei Wolmirstedt an. Es folgten neue Termine, die jedoch ebenfalls fehlschlugen.“

Ein Auszug im Buch des Herrn Dr. Frank-E. Rietz `Die Magdeburger Pilotenrakete `. 1933. Auf dem Weg der bemannten Raumfahrt? (Mitteldeutscher Verlag), steht folgende Erklärung zur Auswahl des Startplatzes Mose:

„Natürlich witterte auch die Gemeinde Gübs, auf deren Gebiet der Magdeburger Flughafen lag, ein Geschäft. Bei der bereits erwähnten Besichtigung des Flugplatzes am 14.Februar 1933 erklärten die Gemeindeväter, dass sie beabsichtigten, eine Vergnügungssteuer zu erheben. Mengering wie auch Nebel waren gegen eine derartige Erhebung, da es sich nicht um eine Vergnügungsveranstaltung handele und boten stattdessen der Gemeinde Gübs Freikarten an.
Doch wie aus dem Brief des Gemeindevorstehers von Gübs an die Magdeburger Flughafengesellschaft zu entnehmen ist, wollte die Gemeinde nicht die angebotenen 300 Eintrittskarten, sondern dafür 4.500,- Reichsmark für die Gemeindekasse. Das Örtchen Gübs erhielt weder die 300 Eintrittskarten noch die geforderte Summe.

Der Ruhm um die Magdeburger Pilotenkarte sollte schließlich ein anderes Anwesen ernten: Das Gut Mose.

Amtsrat Alfred Druckenbrodt stellte das Gut zur Verfügung. Druckenbrodt war auch gleichzeitig Besitzer des Gutshofes. Abseits der Großstadt bot das Bauerngehöft nördlich von Wolmirstedt ideale Bedingungen für einen gefahrlosen Raketenaufstieg.“


  • Gewicht der Rakete: 200kg
  • Höhe der Rakete: 6,5m
  • Höhe des Startgerüstes aus Holz: 12m
  • Treibstoff: Flüssiger Sauerstoff, verdünnter Alkohol, flüssiger Stickstoff
  • Flug: Höhe 30m , Weite 60m
  • historische Bedeutung:  Erstmals startete eine große Rakete mit einem Triebwerk, das bereits die Prinzipien heutiger moderner Raketenantriebstechnik umsetzte. Das Raketentriebwerk kann als „Großmutter“ der Antriebe späterer Großraketen bezeichnet werden.

 

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